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Expeditionstagebuch 2012 „Skischaukel Großarltal“
von Mac Board und Lursch
21. – 28. Jänner 2012 / Großarl / Salzburger Land / Österreich
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Das Expert-Team:
Sammy: Helmträger. Nach über 30ig Jahren Großarlerfahrung meisterte unser Ex-Trainer in gewohnter Routine alle Pisten (bei Eis auch auf dem Allerwertesten). Elegante Schwünge, zügiges fahren und nie eine Toilettenpause zeichneten ihn als Teamplayer aus. Note 1.
Seizinho: Unser helmloser badensicher Blitz flitzte über die Pisten und ließ sich wie immer durch nichts aus der Ruhe bringen. Er reiste Montags mit der Bahn an um nach 3 Skitagen zu meinen es reicht. Freitags trat er entkräftet die Heimreise mit der Bahn an. Note: n.f.
Mausi: Klaus der Helmträger. Der treue Schatten von unserem Skilehrer. Fuhr routiniert unauffällig eine Woche seinen Ski im gleichen Tempo. Ausnahmen bestätigen die Regel. Bei unmöglichsten Neuschneebergen taute er auf und suchte regelrecht die Hügel und schrie nach dem Sulz auf der Piste. Note 1.
Lursch: Unser helmloser Skilehrer Michael. Der Mann der Geschwindigkeit, egal wie steil die Piste ist oder wie schnell die Anderen fahren, in kurzen eleganten Schwüngen cruist er langsam über die Pisten und tauchte in seine Bergwelt (Vail / Colorado / USA). Er kann es aber auch Laufen lassen. Sturzlos in dieser Woche. Note 1.
Blacky: Helmträger. Beamter i.R., unser Scout, der Mann der 6b. Tadellos im Stil, immer gleichbleibend, keine Veränderung, ganz dem Berufsstand treu, halt unser Blacky. Note 1.
Andy: Schmiedel der helmtragende Trickskifahrer. Fährt langsamer vorwärts als andere Rückwärts. Gab immer eine gute Figur auf den Skiern ab. Sollte dringend auf echte Skier wechseln. Weiter so. Note 1.
Jacky: Unser teilweise helmloser Sammy-Junior. Geliehene Ski, Skischuh und Helm aus dem Laden und Oberbekleidung in Tarnfarbe. Immer auf den ersten 200 m in Schussfahrt um dann elegant auszuschwingen, ein wahrer Genuss for friends and feinds. Note 1.
Schwicki: Am ersten Tag war der Schnee noch helmtragend sein Gegner, aber er biss sich durch. Mit Ruhe und Routine fuhr er im Team mit. Willkommen zurück. Note 1.
Hardy: Im Skifoarn jetzt auch helmtragend sehr dynamisch und elegant sicher. In der Gondel, im Sessellift, beim Aprés, beim Essen usw. einmalig. Immer auf der Jagd nach Äppelcher kennt er inzwischen alle Familienverhältnisse in und außerhalb von Großarl. Unser Hardy halt. Note 1.
Peter: Helmloser Anfänger mit leichtem Übergewicht. Begnadetes Talent auf Schnee, noch ein paar Schwünge mehr auf diesem Terrain und er wird unserem Carver “gefährlich”. Note 1.
Marc: Helmloser Boarder, ein Arbeitskollege vom Peter. Ein recht ruhiger und doch angenehmer Genosse, der es auch verstand die Hänge mit seinem Brett sicher zu beackern. Note 1.
Ich: Helmträger. Mac Board oder einfach Marcus. Nun, ich habe es jede Piste irgendwie runter geschafft. Bin nicht gestürzt. Konnte dem Skilehrer auch mal gewollt im Kurzschwung folgen, ansonsten fuhr ich gewollt voraus. Note: n.f.
1. Expeditionstag 21.01. (Schneefall, -1 °C bis -4 °C, ausreichende Sicht)
Sex Mitglieder (Mausi, Sammy, Jacky, Schwicki, de Lursch und ich) trafen sich als Vorauskommando um 2 Uhr beim teamältesten Sammy. Der pünktliche Aufbruch zu der rd. 630 km langen Anreise konnte nur durch Expeditionsmitglied Mausi gewährleistet werden, der schon lange vor Aufbruch in den Startlöchern stand. Die beiden eigens für diese Expedition ausgesuchten Fahrzeuge waren bestens präpariert und verfügten über GPS-Navigationssysteme, Xenon-Beleuchtungsanlagen und Sitzheizung, so dass eine sichere Reise gewährleistet war. Aber schon auf der Anfahrt zum 1. Versorgungs-Camp „Nürnberg-Feucht“ wurden die Fahrzeuge getrennt und das 2. Fahrzeug kam erst mit 20 minütiger Verspätung an (wirre Gummiteile auf der Bitumenpiste versetzten die Insassen in Angst und Schrecken). Die Weiterfahrt zum 2. Versorgungs-Camp „Bernau“ erfolgte schneller als erwartet, da dieses Jahr keine holländischen Expeditionen die Fahrt verzögerten. Bereits um 6 Uhr traf das erste Fahrzeug ein, das 2. folgte so 30 Minuten danach. Nach ausgiebiger Stärkung ging es dann ins Großarltal, wobei die Passstraße zum Leidwesen der Beifahrer immer wieder durch langsam fahrende Expeditionsbusse stark verzögert wurde.
Ankunft im Basis-Camp „Haus Toferer“. Hier wurde das Team in gewohnter Weise von den Camp-Betreibern Kati und Adi aufs herzlichste begrüßt und unsere Kundschafter „Blacky“ und "Hardy" stießen zum Team. Sie sind bereits am Vortag nach Salzburg aufgebrochen, übernachteten dort, um am Folgetag ausgeruht dazuzustossen. Nach dem obligatorischen Begrüßungsobst fing doch bereits ein Mitglied an die Ernsthaftigkeit der Expedition zu verkennen und forderte weitere Obstrunden ein. Glücklicherweise konnte durch das beherzte Eingreifen des Teams zwar nicht die 2. Runde verhindert werden, aber die Folgenden.
Um 10 Uhr ging es in den Camp-Keller um sich für die erste Expedition zu rüsten. Für den Aufstieg zum Berg-Camp wurde die gelbe Gondel ausgewählt, die uns auch an allen weiteren Tagen ins Expeditionsgebiet hinauf und einige auch wieder hinab befördern sollte. Die ersten Erkundigungen und Orientierungen verliefen problemlos. Auch die Aufenthalte in den Höhenversorgungs-Camps „Winkelmühl“, „Sepp“ und „Hochbrand“ wurden am ersten Tag bravourös gemeistert. Für die Talfahrt vom Hochbrand-Camp wählte aber unser Scout Blacky leider die falsche Route. Er berücksichtigte nicht die Witterungsverhältnisse der Vortage und wählte die auf rd. 400 m völlig vereiste 6b. So fuhren die Einen ungewollt in nur 3 Schwüngen ins Tal, die Anderen auf dem Hintern. Teambeschluss: Nie mehr 6b. An der Talstation ging es dann ins Versorgungshaus (auch liebevoll „Wurzenstüberl“ genannt) zum Briefing und Aufnahme von „Stiegl´s“ isotonischen Gerstensäften. Hier sollte fortan jeder Expeditionstag ausklingen.
Nach dem Essen entschieden sich alle Mitglieder fürs Bett und gegen das Night-Camp „Rauchkuchl“ !!!!!
2. Expeditionstag 22.01. (Schneefall, -3 °C bis -6 °C, ausreichende Sicht)
Wecken ab 7 Uhr / Frühstück, Touren- und Wetterkunde ab 8 Uhr / Skikeller Punkt 9:30 Uhr / gelbe Gondel und Aufstieg 9:45 Uhr / Bergankunft 10 Uhr.
Zum Frühstück erschienen zur Verstärkung unser Trickskifahrer Schmiedel, der leicht übergewichtige Peter und sein Arbeitskollege Marc (der einzige Boarder unter uns). Uns "Schmiedel", mit seinen austrainierten Körpermaßen von knapp 0,019 km und guten 0,105 t, schwingte sich alsbald auf seine 1,30 m Extremski (vorne wie hinten sind doch tatsächlich gleich, halt Trickski). Die Pistenverhältnisse waren göttlich, eine stetig wachsende Neuschneeauflage machte es möglich. Die Anfängerexpeditionen hielten sich noch im Tal auf, so dass es nahezu freie Fahrt gab. Was zum Leidwesen unseres Skiinglehrers Lursch auch fast alle Mitglieder ausnutzten und dynamisch, elegant, kontrolliert die Pisten dahinglitten. Nur unser Mausi erbarmte sich und folgte mit angezogener Handbremse unserem Lehrer und Ausbilder. So ging es übrigens die ganze Woche. Wir zügig kontrolliert vorneweg und die Beiden hinterher. Natürlich mussten wir uns bei jedem Stopp anhören, dass wir nicht teamfähig wären.
Routing: Skiing – Mühlwinkel – Skiing – Sepp – Skiing – Hochbrand – Nightskiing – Wurzenstüberl
Nach dem Essen entschieden sich wieder alle Mitglieder fürs Bett und gegen das Night-Camp „Rauchkuchl“ !!!!!
3. Expeditionstag 23.01. (Bewölkung mit zeitweiligem Schneefall, -2 °C bis -4 °C, ausreichende Sicht)
Wecken ab 7 Uhr / Frühstück, Touren- und Wetterkunde ab 8 Uhr / Skikeller Punkt 9:30 Uhr / gelbe Gondel und Aufstieg 9:45 Uhr / Bergankunft 10 Uhr.
Die Pistenverhältnisse waren immer noch göttlich, weiterer Neuschnee wurde uns beschert. Die Anfängerexpeditionen kamen langsam in die Höhe und es wurde voller, so dass es nur noch freie Slalomfahrt gab. Unser Mausi erbarmte sich weiterhin und folgte mit angezogener Handbremse unserem Lehrer und Ausbilder. Schmiedel zeigte sein wahres Talent und folgte uns auf allen Expeditionen, sogar immer vorm Lursch ankommend. Einzig ein Fremder Forscher zeigte ihm die Grenzen auf und überholte unseren Schmiedel auf einem roten Expeditionskurs bei voller Geschwindigkeit mit seinen Trickski in Rückwärtsfahrt, so dass Schmiedel zeitweise nicht wusste –fahre ich nun bergab oder gar bergauf??? Jacky fuhr in seinem unnachahmlichen Stil weiter im Schuss und schwörte auf seine High-Performance Ski und Skischuhe.
Routing: Skiing – Mühlwinkel – Skiing – Sepp – Skiing – Hochbrand – Nightskiing – Wurzenstüberl
Im Wurzenstüberl-Camp stieß abends unser Neuankömmling "Der badensische Juerschen", Insidern auch bekannt als "Seizinho" hinzu. Natürlich wurde er standesgemäß sofort gebrieft und in alle Unzulänglichkeiten dieser Expedition detailiert eingewiesen.
Unglaublich aber wahr:
Nach dem Essen entschieden sich wieder alle Mitglieder fürs Bett und gegen das Night-Camp „Rauchkuchl“ !!!!!
4. Expeditionstag 24.01. (Bewölkung mit zeitweiligem Schneefall, -4 °C bis -6 °C, ausreichende Sicht)
Wecken ab 7 Uhr / Frühstück, Touren- und Wetterkunde ab 8 Uhr / Skikeller Punkt 9:30 Uhr / gelbe Gondel und Aufstieg 9:45 Uhr / Bergankunft 10 Uhr.
Die Pistenverhältnisse waren immer noch göttlich, mittlerweile auch bestens präpariert, am Mittag setzte wieder leichter Schneefall ein. Die Anfängerexpeditionen und Weicheier waren nicht im Hang. Die Pisten waren nahezu leer und wir konnten es in vollen Zügen und Fahrt genießen. Wir waren ja nicht zum Spaß da und nur die harten Expeditionen kommen durch. Unser Mausi erbarmte sich weiterhin. Jacky musste feststellen, dass seine Ausrüstung für diese anspruchsvollen Verhältnisse geeignet waren und gab seinen Skiern und Schuhen weiterhin die Sporen!!!.
Routing: Skiing – Mühlwinkel – Skiing – Sepp – Skiing – Hochbrand – Nightskiing – Wurzenstüberl
Unglaublich aber immer noch wahr:
Nach dem Essen entschieden sich weiterhin alle aktiven Mitglieder fürs Bett und gegen das Night-Camp „Rauchkuchl“ !!!!!
5. Expeditionstag 25.01. (Bewölkung, zeitweiliger Sonnenschein, -5 °C bis -8 °C, gute Sicht)
Wecken ab 7 Uhr / Frühstück, Touren- und Wetterkunde ab 8 Uhr /Verabschiedung der Peoplez Schmiedel, Peter und Marc / Skikeller Punkt 9:30 Uhr / gelbe Gondel und Aufstieg 9:45 Uhr / Bergankunft 10 Uhr.
Die Pistenverhältnisse waren göttlich. Pischtenraubben arbeiteten prima.
Der Bergrettungskader blieb am Vormittag unverschuldet im Winkelmühl-Camp hängen, um sich rein medizinisch einer Obstkur zu unterziehen. Gegen Mittag wurde dann der medizinische Vorrat vom Camp Sepp kontrolliert und zuletzt in den Abendstunden der Apothekenvorrat vom Hochbrand Camp ausgiebig auf Verderblichkeit überprüft. Das Bergrettungsteam konnte in allen Camps keine medizinischen Auffälligkeiten feststellen.
Routing: Skiing – Mühlwinkel – Skiing – Sepp – Skiing – Hochbrand – Nightskiing – Wurzenstüberl
Im Wurzenstüberl-Camp war das Expeditionsteam wieder vollständig und die rein medizinischen Vorsorgeuntersuchungen konnten zum Abschluss gebracht werden.
Harte Realität und wahr:
Nach dem Essen blieb sich das Team treu und fast alle Mitglieder entschieden sich wieder fürs Bett und gegen das Night-Camp „Rauchkuchl“ !!!!!
6. Expeditionstag 26.01. (Sonne, Kaiserwetter, -4 °C bis -6 °C, gute Sicht)
Wecken ab 7 Uhr / Frühstück, Touren- und Wetterkunde ab 8 Uhr / Skikeller Punkt 9:30 Uhr / gelbe Gondel und Aufstieg 9:45 Uhr / Bergankunft 10 Uhr.
Die Pistenverhältnisse waren immer noch göttlich, die Pischtenraubben haben erneut gute Arbeit geleistet. Unser Skilehrer drehte auf und hielt mit uns -ohhh Wunder- im Tempo mit und gab reichlich Gas (für seine Verhältnisse). Hardy und Schwicki fuhren überwiegend im Team und so war es alles im Allen ein gelungener Expeditionstag mit dem üblich routinierten Tagesablauf und –ausklang.
Routing: Skiing – Mühlwinkel – Skiing – Sepp – Skiing – Hochbrand – Nightskiing – Wurzenstüberl
Es glaubt keiner mehr, aber es ist wahr:
Das Team entschied sich nach dem Essen wieder fürs Bett und gegen das Night-Camp „Rauchkuchl“ !!!!!
7. Expeditionstag 27.01. (leicht bewölkt, zeiweise sonnig, 2 °C bis 0 °C, gute Sicht)
Wecken ab 7 Uhr / Frühstück, Touren- und Wetterkunde ab 8 Uhr / Skikeller Punkt 9:30 Uhr / gelbe Gondel und Aufstieg 9:45 Uhr / Bergankunft 10 Uhr.
Die Pistenverhältnisse waren bestens, die Pischtenraubben haben ganze Arbeit geleistet. Endlich stimmten die Expeditionsmitglieder mir zu und trauten sich in die Piste aller großarler Pisten -das Himmelreich. Die schönste Piste im Expeditionsgebiet, jungfräulich, kaum befahren und reiner Naturschnee (eine Pistenroute, deswegen nicht präpariert). Wir sind doch glatt gleich zweimal gefahren. Schön war es. Der Rest des Tages war ein Wintermärchen und bescherte uns ein traumhaftes Ende der Expedition. Ausklang im Berg war wie immer unser Hochbrand-Camp. Gegen 18 Uhr begann die letzte Abfahrt vom Mondschein begleitet. Alles lief gut, fast, so fädelte doch 400 m vorm Ziel die Stahlkante unseres Schwicki in eine Eisplatte ein. Kopfüber schoss er auf mich zu, tauchte ab, drehte sich in der Luft, vermied den Aufschlag mit dem Kopf mit Helm auf der Eisplatte, schlug mit der Schulter auf, federte wieder hoch, landete auf dem Rücken, mir stockte der Atem, er lachte sich eins. Alles war gut und ein Traumtag.
Routing: Himmelreich (2x) – Hochbrand – Skiing – Sepp – Skiing – Hochbrand – Nightskiing – Wurzenstüberl
Wahrheit:
Das Team ging nach dem Essen ins Bett.
Tag der Abreise 28.01. (Bewölkt, -2 °C, normale Sicht)
Wecken ab 7 Uhr / Frühstück, Touren- und Wetterkunde ab 8 Uhr / Packen und Rückfahrt ab 9:30 Uhr.
Die Expeditionsfahrzeuge wurden von Schnee beräumt, die GPS-Navigationssysteme programmiert und los ging es. Die Rückfahrt war unspektakulär und ging überraschend stau frei. Um 16 Uhr waren bereits die ersten Mitglieder wieder in ihrem trauten Heim und bei Frauchen.
Fazit:
In einer schönen Bergwelt hatten wir alle einen harmonischen Skiurlaub mit viel Spaß und vor allem keine Verletzten auf der Piste oder auch neben der Piste.
Großarl -wir erforschen dich weiter.
Frankfurt, im Jänner 2012
Marcus, alias Mac Board
Michael, alias Lursch
www.toferer-adolf.at
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